Für Chinchillas ist die Pflege ihres Fells besonders wichtig. Das Fell dieser Nager schützt nicht
nur vor Auskühlung, seine hohe Felldichte gibt auch guten Schutz gegen Parasiten, da diese nicht
bis zur Haut vordringen können.
Vor Nässe dagegen bewahrt es das Chinchilla nicht, da es von dem Tier fettfrei gehalten wird und
somit nicht wasserabweisend ist.
Chinchillas bekommen kein Wasser zur Reinigung sondern ein Staubbad, irreführend auch als
Sandbad bezeichnet.
Die negativen Eigenschaften von Quarzsand
Leider sieht man es immer wieder: Chinchillas, deren Fell nicht luftig und flauschig aussieht,
sondern leicht verklebt oder sogar brüchig ist. Die Ursache liegt bei ansonsten gesunden Tieren
fast immer in der Verwendung des falschen Badesubstrates für die Tiere.
Es ist schon fast grausam, was teilweise als Chinchilla-Badesand angeboten wird. Dabei ist
genaugenommen die Bezeichnung „Sand“ schon falsch. Sand besteht zum größten Teil aus Quarz
(Siliziumdioxid), und seine Korngröße ist in der Geologie genau definiert: 0,063 bis 2 Millimeter.
Aber egal wie fein der Sand auch sein mag, seine Eigenschaft bleibt immer erhalten: Jedes
Sandkorn hat eine „glatte“ (nicht poröse) Oberfläche und ist damit nicht sehr aufnahmefähig.
Viele Sandkörner zusammen können nur so viel Feuchtigkeit oder Fette aufnehmen, wie zwischen
den einzelnen Sandkörnern aufgrund der sogenannten Kapillarkraft oder Haftfähigkeit der
aufzunehmenden Stoffe „hängen“ bleiben. Und das ist nicht viel. Wer würde z. B. seine
Katzentoilette mit Sand füllen? Niemand, weil schon am gleichen Tag unangenehme Gerüche
aufsteigen würden. Sand hat eben nur eine relativ geringe Bindungsfähigkeit.
Eine zweite bei der Chinchilla-Fellpflege ungewollte Eigenschaft von Sand spürt man sofort,
wenn man einige Körner zwischen den Fingerkuppen reibt. Sie fühlen sich scharf an. Man kann
sich vorstellen, was diese scharfen Körner mit dem feinen Chinchillafell anrichten, es wird im
wahrsten Sinne des Wortes aufgerieben.
Der tägliche Badespaß mit dem richtigen Substrat (Attapulgus Tonerde), (siehe Beipack 1)
Lässt das Fell von Chinchillas wieder flauschig und gleichmäßig dicht erscheinen. Haben Tiere
aber über einen längeren Zeitraum das falsche Badesubstrat erhalten und die Fellstruktur wurde
dadurch angegriffen, muss das Fell erst einmal komplett nachwachsen.
Nach zwei bis vier Monaten Badespaß im richtigen Substrat stellt sich aber auch in diesem Fall
eine deutliche Verbesserung der Fellbeschaffenheit ein.
Die reinigende Wirkung des Tonminerals entfernt das vom Tier zur Hautpflege abgegebene
Lanolin sowie Feuchtigkeit, Fette und Verunreinigungen, die durch das Anfassen der Tiere in das
Fell gelangen.
Darüber hinaus ist das Staubbad übrigens für die Psyche der Tiere wichtig; sie können bei Stress
die Spannungen abbauen! Selbst junge Chinchillas genießen das Staubbad, manche allerdings
erst, nachdem sie es sich von den Alttieren abgeschaut haben.
Ob das Staubbad täglich für eine Stunde am Abend, die ganze Nacht oder sogar permanent
gegeben werden soll, ist unter Experten und Züchtern umstritten. Einigkeit besteht nur bei der
täglichen (!) Gabe.
Wichtig ist auch das tägliche Aussieben des Badesubstrates, um Kot und Urinklümpchen zu
entfernen. Bei der regelmäßigen Käfigreinigung sollte auch das Badesubstrat ausgetauscht
werden. Geeignete Gefäße für das Staubbad sind Metallwannen, Glas- und Keramikschalen.
Diese lassen sich gut – auch mit Wasser und Essigsäure – reinigen. Gefäße aus saugfähigem
Materialien wie Holz oder unglasierten Ton bieten Bakterien bei längerem Gebrauch gute
Einnistungsmöglichkeiten und sind daher ungeeignet. Kunststoffgefäße sollten auf keinen Fall
verwendet werden, sie könnten angenagt und gefressen werden.